Falle

Das giftige Herz Rezension

"Wir schreiben das Jahr 1811: Es ist Adventszeit. Im Stadtgraben von Nürnberg wird ein Straßenjunge tot aufgefunden. Im Mund entdeckt die Polizei ein Stückchen Lebkuchen. Wenig später wird der ehrenwerte Ratsherr Jakob Ehrenhoff am Henkersteg aufgeknüpft. Aber warum hängt um seinen Hals der Rest des vergifteten Lebkuchenherzens?"

Bei dem Roman "Das giftige Herz" von Virginia Doyle handelt es sich um einen historischen Weihnachtskrimi:  Inspektor Wanner, der trotz des historischen Hintergrundes dem heutigen Bild des rauhen und vom Schicksal gebeutelten Ermittlers erstaunlich ähnelt, nimmt sich des Lebkuchenmordes an und ermittelt im winterlichen Nürnberg. Dort führt ihn seine Spur rasch in die Backstube Dunkel, wo eine Kiste mit vergifteten Lebkuchen gefunden wurde.
In derselben Backstube bewarb sich vor kurzem ein junger französischer Koch namens Jacques Pistoux, der auf der Durchreise nach Hamburg ist und nach Arbeit sucht. Er bekommt als "Insider" einiges mit, was dem Inspektor verborgen bleibt.
Beide bekommen nicht nur einmal die unnachgiebige und intolerante Seite Nürnbergs zu spüren, letzten Endes schaffen sie es jedoch, den Lebkuchenmörder in die Enge zu treiben - und dabei spielt eine Bande Straßenkinder eine nicht unwesentliche Rolle...

Obwohl es sich in dem Roman durchaus auch um andere Adventsspezialitäten wie zum Beispiel Elisenlebkuchen, Linzer Plätzchen und Vanillekipferl dreht, liegt die Aufmerksamkeit doch auf einem Gebäck: Den Lebkuchenherzen.
Obwohl die Lebkuchenherzen hier nicht nur Mordwaffe, sondern auch Motiv sind, soll dem Leser natürlich nicht die Lust auf das süße Gebäck verdorben werden, darum finden sich im Anhang des Buches die Rezepte für alle im Buch genannten Leckereien - und das sind eine ganze Menge: Allein 5 verschiedene Lebkuchenrezepte finden sich dort, vom Schokoladenlebkuchen bis zum Lebkuchenrezept von 1702, sowie 33 weitere Rezepte, die die Weihnachtszeit sicher um ein vielfaches bereichern werden - und Lebkuchenfans einmal die dunkle Seite ihres Lieblingsgebäcks aufzeigen.
Die berühmte Krimiautorin, deren Synonym Virginia Doyle ist, hat auch hier wieder einen spannenden Roman mit Tiefgang erschaffen, der fesselnd und realistisch geschrieben, mit glaubwürdigen Charakteren versehen und wunderbar in seine Zeit eingepasst ist, deren dunkle Seiten er auch nicht verschweigt - und in der er zeigt, wieviel doch eigentlich hinter dem einfachen Lebkuchen steckt, den wir jedes Jahr zur Weihnachtszeit verzehren.